In den Publikationen des Katholischen Schulwerks sind folgende Aufsätze oder Vorträge erschienen und können als Text abgerufen werden (Reihe Gelbe Hefte Herausgeber: Katholisches Schulwerk in Bayern):
1. P. Frido Pflüger, Katholische Schule in atheistischer Gesellschaft: eine pastorale Herausforderung.
Vortrag am 19.9.2001 in Freising - Vollversammlung des Katholische Schulwerks in Bayern P. Frido Pflüger SJ, Dresden Lassen Sie mich dieses komplexe Thema mit einer kurzen Geschichte beginnen, die uns Martin Buber aufgezeichnet hat: „Rabbi Aaron kam einst in die Stadt, in der der kleine Mordechai, der nachmalige Rabbi von Lechowitz, aufwuchs. Dessen Vater brachte ihm den Knaben und klagte, dass er im Lernen keine Ausdauer habe. „Lasst ihn mir eine Weile hier”, sagte Rabbi Aaron. Als er mit dem kleinen Mordechai allein war, bettete er das Kind an sein Herz. Schweigend hielt er es am Herzen, bis sein Vater kam. „Ich habe ihm ins Gewissen geredet”, sagte er, „hinfort wird es ihm an Ausdauer nicht fehlen”. Wenn der Rabbi von Lechowitz, dem diese Erfahrung als Mordechai zuteil wurde, diese Begebenheit erzählte, fügte er hinzu: „Damals habe ich gelernt, wie man Menschen bekehrt”.” Ich habe diese Geschichte ausgewählt, damit der Kern unsere Arbeit in den katholischen Schulen gleich benannt wird. Schulen sind sehr stark strukturiert und haben oft eine von außen, vom Staat, vorgegebene Aufgabe, und wir halten uns da ja oft sehr genau daran, fast zu genau. Damit kann man sich sehr intensiv beschäftigen, kann voll darin aufgehen, aber eine katholische Schule hat man damit noch nicht. Solch eine Schule kann sogar ein sehr gutes Programm oder katholisches Schulprofil haben. Aber erst durch den Lehrer, der weiß, wie man Menschen bekehrt, wird sie katholisch. Ich möchte in meinem Vortrag zuerst meine Auffassung von katholischer Schule und der speziellen Rolle des Lehrers darstellen, im zweiten Teil werde ich kurz das St. Benno-Gymnasium in Dresden vorstellen als eine Schule in einem atheistischen Umfeld, und im dritten Teil werde ich Ihnen viele Elemente vorstellen, wie wir mit den Lehrern unserer Schule an der zentralen Aufgabe arbeiten, an der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. Wenn die Vermittlung von Glaube und Religion im Kontext unserer Kultur gelingen soll, dann müssen wir langfristig und prozessorientiert mit den Schülern an ihrer Persönlichkeit arbeiten ... http://www.lehrerpilot.de/fileadmin/vortrag/pflueger.htm
2. Dr. Karl Pörnbacher, Zum Glauben eine Türe öffnen
Vortrag am 15.9.1999 in Freising - Vollversammlung des Katholischen Schulwerks in Bayern - OStD a.D. Dr. Karl Pörnbacher, Sachsenried Nähern wir uns einem Jahrtausend ohne Christentum? Natürlich nicht, auch wenn Ergebnisse von Befragungen einen rapiden Rückgang an Mitgliedern befürchten lassen. Ich nenne einige Zahlen: In Deutschland gehören seit der Wende 34,6% der Bevölkerung nominell der katholischen Kirche an, 38,8% der evangelischen, 4,1% kleineren Religionen. 22,5% sind konfessionslos, 81% glauben nicht an ein Weiterleben nach dem Tod. 3o% wissen nicht, warum die Kirche Ostern feiert. Nur noch ganze 2o% kennen die Bedeutung aller kirchlichen Feste. Eine schrumpfende Minderheit interessiert sich für öffentliche religiöse Belehrung, für Gottesdienste oder kirchliche Veranstaltungen. Wer sich auf die Bibel oder eine theologische Autorität beruft, hat wenig Chancen, gehört zu werden, es sei denn, es handelt sich um einen Theologen, der sich lautstark und öffentlichkeitswirksam mit dem Papst anlegt. Besonders kritisch ist die Situation bei jungen Menschen: Gerade noch ein Drittel von ihnen bezeichnet sich als religiös. Das heißt aber noch nicht, dass sich diese einer Konfession zugehörig fühlen; vielmehr halten sie die Existenz einer ,,höheren Macht“ für möglich. 67% unserer jungen Menschen sehen keine Notwendigkeit für den Glauben an Gott. Derartige Zahlen sind kein Grund, um in Panik auszubrechen, aber doch wichtig genug, um sich ernsthafte Gedanken zu machen ... http://www.lehrerpilot.de/fileadmin/vortrag/poernbacher.htm
3. Prof. Dr. Rainer Bucher, Was kann katholische Schule heute noch leisten? Chancen eines pastoralen Ortes
I. Vorstellung des Programms Ich möchte an diesem Nachmittag drei Thesen aufstellen, ein wenig begründen und dann gerne mit Ihnen diskutieren: 1. Die historische Aufgabe katholischer Schulen war die Prägung einer spezifischen Elite in einer spezifischen kirchlichen Konstellation und Formation – mit dieser aber ist es dahin. Daher muss katholische Schule, wie übrigens alle anderen pastoralen Handlungsorte auch, neu darüber nachdenken, was es bedeutet, „katholisch“ zu sein. 2. Der Gottesbegriff Jesu könnte Perspektiven für die notwendigen Transformationsprozesse katholischer Schulen liefern. 3. Ein Kriterium, ob dieser Transformationsprozess tatsächlich gelingt, könnte sein, ob die Tatsache, eine Institution der katholischen Kirche zu sein, als einschränkend-lästiges Zusatzmerkmal oder als zusätzliche Ressource erfahren wird. Hierzu dann auch einige konkrete Implementierungsvorschläge. Drei Thesen also: eine historische, eine eher systematische und eine praktisch-perspektivische. Ich will sie nacheinander abarbeiten. Daher: ... http://www.lehrerpilot.de/fileadmin/vortrag/bucher.htm
Quelle: Schulwerk http://www.lehrerpilot.de/index.php?id=2