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"... damit Schule eine Seele hat!" - Tag der Schulpastoral in Bamberg
"Nie jemanden allein lassen ... damit die Schule eine Seele hat!"
Erstmalig stattgefunden: Tag der Schulpastoral in Bamberg Bamberg. (bbk) Zum ersten Mal hat die Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg einen Tag der Schulpastoral im Haus St. Elisabeth veranstaltet. Das Ziel: Christliches Engagement für eine humane Schulkultur wecken und fördern. „Jeder in der Schule hat die Aufgabe, Zeuge des Glaubens zu sein“, ermunterte Erzbischof Ludwig Schick die 250 Teilnehmer aus der ganzen Diözese, sich mit ganzem Herzen in die Schule einzubringen. Lehrer, die ihren Glauben ernst nehmen und ihn auch in ihrem Verhalten Kollegen und Schülern gegenüber zum Maßstab machen, sind nötiger denn je: Oft sind sie das einzige Bindeglied zwischen Schülern und Kirche, erklärte Schick. Die Pädagogen trügen maßgeblich dazu bei, Schule als Lebensraum zu gestalten, der einladend auf Schüler wirke. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus: Ausgebrannte Lehrer, die steigende Anzahl von Schülern aus problematischen Familienverhältnissen sowie der steigende Leistungsdruck machen Schule oft genug zu einem Ort, der wenig Platz für eine ganzheitliche Erziehung lässt. „Wir reduzieren die Schule zu sehr auf harte Fakten. Sie wird zunehmend zu einer reinen Lehr- und Lernanstalt degradiert“, gab auch Abteilungsdirektor Klemens Brosig von der Regierung von Oberfranken zu bedenken. „Wir fordern nur noch und fördern zu wenig.“ Dagegen helfe ein vertrauensvolles Miteinander von Schülern und Lehrern allen, sich in der Schule wohlzufühlen und Freude an der schulischen Leistung zu entwickeln. Zu einer Schule gehörten unbedingt Lehrer, die ihren Schülern Lebensorientierung vermitteln und sich als Begleiter auf dem Lebensweg der Kinder und Jugendlichen verstünden, die Freude und Trauer mit ihren Schützlingen teilen. Zehn Workshops zu aktuellen Schulthemen vermittelten den Teilnehmern aktuelle Informationen zu wichtigen Schul-Themen. So konnten sie ihr Wissen auffrischen und nahmen viele praktische Tipps mit nach Hause. Zum Beispiel, wie wichtig Alltagsrituale sind, welche Möglichkeiten es gibt, sie in einer Klasse einzuführen. Oder wie Religionslehrer typische Probleme bei der Vorbereitung von Schulgottesdiensten vermeiden. Oder dass ein „Raum der Stille“ vielen Schülern und Lehrern im hektischen Schulalltag Kraft geben kann. Marga Hülz (Hauptschule Scheßlitz) und Winfried Hübner (Kaufmännische Berufsschule Bayreuth) stellten eine ganz neue Initiative vor: Krisenseelsorge in der Schule (KiS), ein Pilotprojekt des Bayerischen Kultusministeriums und den katholischen Schulreferenten im Freistaat. Darin sollen Lehrer gezielt darin ausgebildet werden, Schülern im Umgang mit Trauer und Tod seelsorgerlich zu helfen – etwa, wenn ein Mitschüler stirbt. „Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen“, erklärte Winfried Hübner. Würden Kinder bei der Bewältigung von Trauer allein gelassen, könne sich das noch Jahre später in Krankheiten äußern. Gerade Religionslehrer könnten ihren Schülern vermitteln, dass der Glaube die Kraft gebe, Trauer zu überwinden. Dabei könnten Gespräche und Gebete beitragen, ein Trauertisch mit Bildern des verstorbenen Schülers helfen, die Anfertigung eines Kondolenzbuches. „Generell gilt: Nie jemanden allein lassen“, betonte Marga Hülz – womit sie das Anliegen des Schulpastoral-Tags auf den Punkt brachte: Achtsamkeit füreinander ist wichtig, damit Schule eine Seele hat.--
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